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Labor< Betondose

Folge 4 | 6. September 2015

Ausgedruckt

Um eine Gussform für die Betondose anfertigen zu lassen, benötige ich zunächst ein Modell, das abgeformt werden kann. Dafür habe ich mich in die Bibliothek begeben: Die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek (SLUB) in Dresden ist nicht nur ein Ort des bedruckten Papiers, sondern seit diesem Jahr auch eine Adresse für den 3D-Druck.

Bei einer Bibliothek denkt man natürlich an Bücher und bedächtige Stille zwischen den Regalen. Aus einem Raum der SLUB dringen jedoch seit Neustem ungewöhnliche, surrende Geräusche. Auf der Tür ist „Makerspace“ zu lesen und dahinter liegt vielleicht die Zukunft der Bibliothek, wenn das geschriebene Wissen irgendwann vollends in E-Book-Reader und die Datenwolken gewandert ist und keine Regalmeter mehr braucht. Hier findet das Wissen eine neue Form des Ausdrucks, denn hier wird 3D-gedruckt.

Der Raum bietet allen Nutzerinnen und Nutzern der SLUB (egal ob Studierende oder nicht) einen Platz für die Projektarbeiten und Zugriff auf 3D-Drucker, Lasercutter und das Knowhow der Mitarbeiter. Das von Studenten betreute „Keativlabor“ befindet sich noch in einer Pilotphase. Da sich alles erst einspielen und finden muss, ist das 3D-Drucken im Moment sogar kostenfrei!

Etwas ungläubig, aber begeistert habe ich nach einem kurzen, sehr freundlichen E-Mail-Verkehr die 3D-Daten der Dose als STL-Datei übermittelt. Eine Woche später kam die Nachricht, dass der Druck zur Abholung bereit steht. In die reale Welt geholt, hat die Dose ein Z-Printer der mit einem Gipspulververfahren arbeitet. Mit der untersten Lage beginnend, streut die Maschine jeweils eine dünne Pulverschicht über die Arbeitsfläche. Ein Druckkopf (wie er auch in Tintenstrahldruckern verbaut wird) trägt einen flüssigen Härter auf die Partien auf, welche Bestandteil des Modells sind. So wächst das Objekt schichtweise in einem stabilisierenden Pulverbett. Nach dem Druckvorgang wird das lose Material mit Druckluft von der eigentlichen Form entfernt.

Das ausgedruckte Modell zeigt nun eine etwas poröse Oberfläche und ist noch nicht besonders stabil, zudem auch nicht wasserfest. Ich werde es in diesen Zustand erst einmal verschleifen. Um das Gipsmaterial zu konservieren gibt es dann mehrere Möglichkeiten: Für Anschauungsobjekte wird es in Wachs getaucht. Soll das Druckergebnis lackiert oder ähnlich weiterverarbeitet werden, empfiehlt sich das Infiltrieren (d. h. Einpinseln oder Beträufeln) mit Epoxidharz oder Sekundenkleber.

Sekundenkleber, Sprühspachtel und Schleifpapier habe ich besorgt – auf geht es zur Oberflächenbearbeitung.

 


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